Bau einer Laterne aus Rinderhaut

In verschiedenen Foren hatte ich gelesen, daß man Rinderhautstücke zum Basteln ganz einfach besorgen kann. Die Hundekauknochen aus Zoogeschäften sind nämlich daraus gemacht. Man muss die Kauknochen ein bis zwei Tage in Wasser einweichen und erhält so einige Streifen Rinderhaut.
Eine wirklich glibbrige, glitschige und ekelhafte Angelegenheit.

Der Gestank, den ich erwartet hatte, hielt sich in Grenzen. Es roch eigentlich nur nach Leder. Da war ich wirklich angenehm überrascht.

Und als ich dann die Hautstücke mit Küchentuch abgetupft hatte, war es nicht mehr ganz so ekelig schlabbrig und ich konnte mich überwinden, die Hautteile anzufassen. Aber immer noch mit einer gehörigen Portion Ekel.


Ich hatte noch einige Scheiben Birkenstamm in meinem Bastelschrank und habe diese für das Holzgestell missbraucht. Nun weiß ich zwar, daß man im Mittelalter und auch schon vorher keine Holzstücke mit Rinde verwendet hat. Aber es gefällt mir einfach sehr gut und es sieht schön rustikal aus. Deshalb wollte ich die Rinde nicht entfernen.

In das untere runde Holzstück und auch in das obere habe ich 8 Löcher im Kreis gebohrt, in die dann einfache Rundhölzer geleimt wurden. Um diese Rundhölzer musste nun ein Streifen Rinderhaut angebracht werden.

Da die Rinderhaut-Stücke von den mittelgroßen Knochen zu klein waren, musste ich einzelne Stücke zuschneiden (mit einem Cutter oder Teppichmesser) und dann die Teile mit Leinengarn zusammennähen.

Die Rinderhaut dient als Windschutz und ich finde, daß Ergebnis kann sich sehen lassen. Nun musste nur noch die Bohrlöcher des oberen Holzringes in die Stäbe gefummelt werden. Ein kleines Geduldspiel, aber mit etwas Ruhe und Geschick schafft man das.

Arg viel Licht spenden die Laternen aber nicht. Besser wäre dünnere Rinderhaut. Aber mit meinen ersten Versuch, etwas aus Rinderhaut herzustellen, bin ich ganz zufrieden. Rinderhaut ist zwar im nassen Zustand wirklich ein wenig ekelhaft, aber man kann tolle Dinge daraus herstellen. Das war bestimmt nicht meine letzte Arbeit mit dem Material.

Allerdings würde ich beim nächsten Mal größere Hundekauknochen verwenden und gleich mindestens 5 Stück einweichen. Denn aus drei kleineren Knochen kann man nicht sehr viel herstellen. Es gibt viel Verschnitt und Teile, die man nicht verwenden kann. Worüber sich mein Hund sehr gefreut hat.